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Historischer
Rückblick
Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wurden die Flächen des heutigen
Sanierungsgebiets ausschließlich landwirtschaftlich genutzt.
Erste Impulse für eine Siedlungsentwicklung wurden Anfang des 19.
Jahrhunderts mit dem Bau einer Wegeverbindung von Bremen ins nordwestliche
Umland ausgelöst. Ab 1820 begann der Bau der Straße von Bremen
nach Burg. Diese neue Straße, die heutige Waller Heerstraße,
wurde zur Hauptverkehrslinie für den Fernverkehr und stellte für
das nun folgende Siedlungswachstum die Hauptentwicklungsachse dar.
Anfang der 1860er Jahre wurde eine zweite, für die weitere Geschichte
dieses Siedlungsraums prägende Maßnahme durchgeführt:
Eine ebenerdige Eisenbahnstrecke verband nun den "Centralbahnhof"
in Bremen mit Geestemünde, heute ein Stadtteil von Bremerhaven. Die
Bahntrasse verlief nordöstlich, in einem Abstand von rund 100 m,
parallel zur Heerstraße,.
Im Rahmen des Hafenbaus ab 1888 und der Ansiedlung von Industriebetrieben
im Bremer Westen setzte eine rege Bautätigkeit zur Errichtung von
Arbeiterwohnhäusern ein. Vor allem Arbeiter und Arbeiterinnen, die
in der Hafenwirtschaft und in den neu entstandenen Fabriken in der Nähe
des Hafens Arbeit fanden, lebten in diesem Stadtteil. Der Bremer Westen
entwickelte sich daher zunächst vor allem zu einem Arbeiterwohnviertel.
Der Bahnkörper der "Geestebahn" wurde 1905 bis 1916 hoch-gelegt,
um eine kreuzungsfreie und leistungsfähigere Bahnver-bindung zwischen
Bremen und Geestemünde zu erhalten. Gleichzeitig richtete man auch
den Bahnhof Walle ein, somit war der Stadtteil nun an den regionalen Eisenbahnverkehr
angebunden. Zur damaligen Zeit entstand zwischen Wiedau-straße und
Gerdstraße, also auf der Fläche des heutigen „Walle-Centers“,
ein Lokomotivschuppen.
Während des Zweiten Weltkriegs blieb der größte Teil des
heutigen Sanierungsgebiets von Zerstörungen verschont. Dagegen wurde
das östlich davon gelegene Stadtgebiet (Utbremen) nahezu flächendeckend
durch Luftangriffe zerstört. So wurden die Wohngebiete um die damalige
Landwehrstraße (heute ist dies die Wartburgstraße) völlig
vernichtet.
Ein Schwerpunkt des Wiederaufbaus in den 1950er und 1960er Jahren war
Utbremen, also das Gebiet um den heutigen Wartburgplatz. Dieses Quartier
wurde nach den Vorstellungen einer gegliederten und aufgelockerten Stadt
neu errichtet.
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Walle 1892
Walle 1935
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