Bereich 4
Aufwertung des Wartburgplatzes und der Wartburgstraße


In diesem Teil des Sanierungsgebiets bieten sich erhebliche Aufwertungspotenziale. Hier können durch Neugestaltungsmaßnahmen im öffentlichen Raum die Lebensbedingungen der Bewohner nachhaltig verbessert werden. Vorgesehen ist der Umbau der Wartburgstraße und des Wartburgplatzes.
Erste Maßnahmen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität wurden bereits im Sommer 2002 durchgeführt: Die Hügel bei dem Kunstwerk „Waller Gespräche“ wurden abgetragen und ein Teil des Platzes neu gestaltet.

Im Einzelnen sollen folgende weitere Maßnahmen durchgeführt werden bzw. sind zur Zeit in Vorbereitung:

Umgestaltung der Wartburgstraße

Situation heute:
Die Wartburgstraße ist Hauptsammelstraße und Teil des Stadtteilzentrums Walle. Sie stellt eine Verbindung zwischen den einzelnen Ortsteilen und die Hauptwegeroute des überörtlichen Fahrradverkehrs dar.
Die Anlagen für Fußgänger und Radfahrer sind auf der Westseite sehr schmal, daher kann es leicht zu Konflikten zwischen Fußgängern und Radfahrern kommen. Insbesondere vor und nach dem Schulunterricht wird der Straßenraum von einer hohen Zahl von Grundschülern aber auch von Berufsschülern genutzt, denn die Wartburgstraße gehört zum Hauptverbindungsweg der Schüler. Zudem überqueren Fußgänger die sehr breite Straße häufig außerhalb der ampelgesteuerten Fußgängerüberwege. Durch das Fehlen von Straßenbäumen wird die überdimensionierte Breite der Fahrbahn optisch noch betont.
Das Quartier ist mit den Straßenbahnlinien 2 und 10 der BSAG hervorragend an das öffentliche Nahverkehrsnetz angebunden.

Ziele:
Durch Umbau und Neuordnung des Straßenraums soll das Quartier aufgewertet, vor allem die Aufenthaltsqualität aber auch die Verkehrssicherheit und in Folge dessen die Versorgungs- und Dienstleistungsstruktur verbessert werden. Unter anderem sollen sich durch den Rückbau der Fahrbahn die Überquerungsmöglichkeiten für Fußgänger verbessern und sich die Konflikte zwischen den Verkehrsteilnehmern verringern.

Planung:
Die vorgenannten Ziele sollen durch folgende Maßnahmen erreicht werden:
- Reduzierung der Fahrbahn auf ca. 8 m bei freier Strecke, bei den Haltestellenbereichen entsprechend breiter
- Hochpflasterung der Einmündungsbereiche der Wohnstraßen
- Verbreiterung des Gehwegs auf der Westseite von heute 1,50 – 2,00 m auf 4,00 m
- Neugestaltung des Bereichs zwischen Probststraße und Hansestraße; Herrichtung einer ebenen Fläche, in der die vorhandenen Bäume optimal eingebunden werden können
- Beidseitig der Wartburgstraße durchgehende separate Radwege in einer Breite von 1,50 m
- Neuordnung der Stellplätze und Erhöhung des Angebots im öffentlichen Raum
- Neupflanzung von 26 Straßenbäumen, überwiegend an den Fahrbahnrändern

Zeitplan
Mit der Durchführung der Baumaßnahme soll im Sommer 2007 begonnen werden.

Umgestaltung der Wartburgplatzes

Situation heute:
Der ca. 3.500 m² große Platz wird östlich durch mehrere Reihenhauszeilen, die sich quer zum Platz orientieren, locker begrenzt. Eine durchgängige, ablesbare Platz- und Raumkante zum öffentlichen Bereich ist nicht vorhanden. Die fehlende Abschirmung des Platzes zur östlichen Anschlusswohnbebauung und deren Gärten stellt nicht nur einen gestalterischen Mangel dar, denn durch die Nutzung des Platzes entsteht auch eine Belastung für die Anlieger (Lärm, Staub, Gerüche); dies kann zu Konflikten führen. Die kleinen eingeschossigen Geschäfte, die den Giebelfronten der Reihenhäuser teilweise vorgelagert sind, mildern nur bedingt diesen Mangel.
Der Platz wird an drei Tagen in der Woche vom Markt genutzt. Die Aufstellung der Marktstände bzw. die Wegeführung ist – bedingt durch die Standorte der vorhandenen Bäume auf dem Platz – unklar und kurvig. Behinderungen der Marktbesucher sind die Folge.
Die Bäume auf dem Platz sind in Baumreihen angeordnet. Von den 19 Bäumen sind 6 sehr stark und weitere 3 Bäume mittelstark geschädigt. Die Bäume haben überwiegend schlechte Standortbedingungen, so dass die Blätterdichte unterentwickelt ist. Die zu kleinen Baumscheiben stellen im Zusammenhang mit Verwerfungen im Kleinpflaster / Bordeinfassungen und der Wurzelausbildung Stolpersteine dar.
Auf der Platzfläche zwischen Probststraße und Lutherstraße ist nur außerhalb der Marktzeit das Parken (ca. 23 Stellplätze) erlaubt. Allerdings gibt es auf der Platzfläche keine feste Parkordnung, so dass sehr locker geparkt wird. In der Praxis wird auch auf der als Fußgängerzone ausgewiesenen Platzfläche illegal geparkt. Die Stellplatz- und Fußgängerbereiche sind nicht deutlich voneinander abgegrenzt bzw. nicht erkennbar. Die Aufenthaltsqualität des Platzes wird durch die (zum Teil illegale) Nutzung des Platzes als Pkw-Stellplatz beeinträchtigt.
Gestalterische Mängel und ein hohes Ausstattungsdefizit (z.B. fehlen Bänke, Fahrradabstellanlagen, Spielgeräte und Vieles mehr) der Platzfläche verstärken die Nutzungskonflikte zwischen einerseits einem hohen Freiraumbedarf und andererseits dem Anspruch des ruhenden Verkehrs. Es fehlen über das Marktgeschehen hinaus Freizeitangebote auf dem Platz.

Ziele:
Durch Umgestaltung des Platzes sollen Nutzungskonflikte verringert und die Aufenthaltsqualität des Platzes verbessert werden. Dabei soll die zentrale Bedeutung des Marktplatzes gestärkt und das Angebot an Freizeit- und Erholungsflächen verbessert werden. Die zeitweilige Nutzung als Parkplatzfläche ist einzuschränken bzw. auf das bisher angebotene Maß zu beschränken.

Planung:
Erste Entwürfe werden zur Zeit erarbeitet.

Vorentwurf Variante 1
Vorentwurf Variante 2

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